zum Nachhaltigkeitsblock

Goldsuche in unseren Schubladen

oder was haben Mobiltelefone mit Gold zu tun?

Haus

Woher kommt das Gold für unsere Mobiltelefone?

Ca. 80% werden im industriellen Bergbau abgebaut.
Ca. 20% werden handwerklich von Kleinschürfern gewonnen.

Industrieller Goldabbau

-) Die ursprünglich ansässige Bevölkerung wird gewaltsam vertrieben und ihr Land geraubt.

-) Die Verletzung der Arbeitsrechte sind an der Tagesordnung; es werden keine existenzsichernden Löhne gezahlt.

Auch im industriellen Goldabbau gibt es Kinderarbeit.

Der Arbeitsschutz ist ungenügend, daher es kommt zu vielen Unfällen. Gewerkschaftliche Organisation wird verhindert und Korruption ist verbreitet.

-) Die Minen werden militärisch und mit Waffengewalt gesichtert.

-) Die ansässige Bevölkerung wird häufig mit Gewalt vertrieben. Landrechte werden geraubt oder nur minimal entschädigt.

In der Hoffnung auf Arbeit und Wohlstand kommt es zu Migration in das Minengebiet. Daraus resultieren neue Konflikte.

Die Postitution nimmt rund um die Mine zu. Eine weitere Folge: Die HIV-Raten steigen.

+) Ausbau der Infrastruktur (Elektrifizierung, Ausbau der Straßen usw.). Diese Errungenschaften sind allerdings häufig nicht für jeden zugänglich.

Cyanid

20 x toxischer als Kohlenmonoxid (bei Inhalation).

Tödliche Wirkung von Cyanid bereits nach wenigen Minuten.

Verhindert die Sauerstoffaufnahme der Zellen.
Man erstickt innerlich.

Ca. 70 mg führen zum Tode bei oraler Aufnahme.
Kleinsch├╝rfer

-) Die Kleinschürfer besitzen oftmals kein Landrecht.


+) Kleinschürfer organisieren sich in Kooperativen.

-) Frauen werden häufig für schwere Arbeiten eingesetzt.

Sie haben selten Besitzrechte an den Minen oder leitende Positionen, so dass ihre Einkünfte deutlich geringer sind als die von Männern.

-) Viele Kinder arbeiten mit ihren Familien als Kleinschürfer. Es gibt aber auch alleinstehende Kinder, die selbstständig für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen.

In einigen Fällen müssen Kinder arbeiten, um die Schulden ihrer Familie abzahlen zu können.


Die Arbeitsbedingungen der Kinder sind noch schlecht als die der Erwachsenen. Mädchen sind verstärkt darüber hinaus sexueller Gewalt und Prostitution ausgesetzt.


+) Die Zahl der Kinderarbeiter ist in den letzten Jahren rückläufig.

Quecksilber

Bei Inhalation stark giftig.

Tödliche Menge: 100-300 mg

Langzeitschäden sind oft Leber- und Nierenschäden.

Quecksilber ist bei Aufnahme über den Verdauungstrakt vergleichsweise ungefährlich.

Der Goldabbau ist eine schmutzige Sache.
Gibt es Alternativen um an Gold zu kommen?

Ja, durch Recycling.
Gold ist unendlich oft recycelbar.

Nur 25% des gesammelten Elektroschrotts wird im Inland recycled.
Ein Großteil wird trotz gesetzlichen Verbots (ElektroG) als noch brauchbare Elektrogeräte exportiert und dort häufig informell »recycled«.

Hinterhof Recycling

-) Für Kinder ist der Kontakt mit giftigen Schwermetallen und Dioxinen besonders gefährlich, da diese gesundheitliche Entwicklungs-
schäden verursachen.

+) Die Reparatur und der Weiterverkauf von Altgeräten bietet vielen Menschen eine Geschäfts- und Lebens- grundlage. Die Gesamtlebens- und Nutzungsdauer der Geräte steigt.


-) Was nicht mehr repariert werden kann landet auf (wilden) Deponien.

Hier werden mit einfachsten Mitteln und ohne Schutzkleidung Metalle aus dem Elektroschrott extrahiert, um diese zu verkaufen.

Bei dieser Arbeit werden Schwermetalle und Dioxine freigesetzt, die sehr gesundheits- und umweltschädlich sind.

Schwermetalle

Schwermetalle lagern sich im Körper an (z.B. in Knochen, Zähnen, Gehirn) und können nicht abgebaut werden.


Toxische Schwermetalle können viele Symptome und Krankheitsbilder auslösen zum Beispiel:

Müdigkeit, Herz-Kreislauf-Probleme, Epilepsie, Bluthochdruck, Nierenschädigung, Haarausfall, Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, Hautausschläge, Lungenkrebs, Fehlgeburten usw.

Professionelles Recycling

+) Für das Recycling in Deutschland gelten strenge Umwelt- und Arbeitsschutzgesetze.


-) Auch hier gibt es Verstöße gegen Umwelt- und Arbeitsschutzauflagen sowie schlechte Bezahlung der Angestellten.

Was kann getan werden um Gold besser
zu gewinnen und zu nutzen?

Was Du tun kannst:

Überlege, ob Du alle 18 Monate ein neues
Mobiltelefon brauchst.

Gib funktionstüchtige Mobiltelefone an Freunde und Verwandte weiter.

Entsorge kaputte Geräte im nächsten Recyclinghof oder über www.handysfuerdieumwelt.de.

Stell sie bei www.hardware-fuer-alle.de ein.

Unterstütze Initiativen wie faires Gold , Fairphone oder makeITfair!

Impressum

Die Infografik ist ein Projekt des Nachhaltigkeitsblock.

V.i.S.d.P
Sophie Heins - Oh Wunder Kommunikationsdesign
Miriam Tornieporth - bitGarden

Fruchtallee 124E
20259 Hamburg
Telefon: +49 (0)40 386 55 650

info (a) bitGarden.de

Haftung für externe Links

Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Das Hamburger Landgericht hat entschieden, dass man durch die Verlinkung auf externe Webseiten, ggfs. für deren Inhalte mitverantwortlich gemacht werden kann.

Dies kann nur vermieden werden, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Hiermit distanzieren wir uns von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Website. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Quellenverzeichnis

BICC (Bonn International Center of Conversion - Internationales Konversionszentrum Bonn GmbH) (2012): brief 46 - Auf der Suche nach dem sauberen Gold: Kleinbergbau von Gold in Peru und DR Kongo, (letzter Abruf 18.01.2013)
http://www.bicc.de/publications/publicationpage/publication/auf-der-suche-nach-dem-sauberen-gold-kleinbergbau-von-gold-in-peru-und-dr-kongo-348/
BITKOM (2012): Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V - Pressemitteilung vom 15.02.2012, (letzter Abruf 18.01.2013)
http://www.bitkom.org/de/presse/8477_71243.aspx
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) - Projektgruppe Wissenschaftsjahr Zukunftsprojekt Erde (Hrsg.) (2012): Die Rohstoffexpedition - Entdecke, was in (d)einem Handy steckt! (letzter Abruf 18.01.2013)
http://www.die-rohstoff-expedition.de/fileadmin/handy.wissenschaftsjahr-2012/content_de/Download/Die_Rohstoff-Expedition_Lern-_und_Arbeitsmaterial.pdf
Edding, M.,(2007): Schmutziges Gold - Die sozialen Folgen des Goldabbaus in Ghana, (letzter Abruf 18.01.2013)
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/einewelt/582663/
GHGm assessing impacts: building value (2008) - Social and Environmental Responsibility in Metals Supply to the Electronic Industry, (letzter Abruf 18.01.2013)
http://www.eicc.info/documents/SERMetalsSupplyreport.pdf
Hagelüken, C. (2009): Urban Mining ist wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, (letzter Abruf 18.01.2013)
http://www.preciousmetals.umicore.com/PMR/Media/sustainability/show_urbanMiningIstWichtigerBeitragZumKlimaschutz.pdf
politische ökologie Nr. 115-116 (2009): Ressourcen - Kampf um knappe Schätze, oekom Verlag, 2009
Reisenberger, B., Seifert, T. (2011): Schwarzbuch Gold - Gewinner und Verlierer im neuen Goldrausch, Deuticke Verlag, 2011, ISBN-10: 3552061746
Strassmann B. (2010): Goldrausch im Deponiepark (letzter Abruf 18.01.2013)
http://www.zeit.de/2010/42/U-Muellsortierung
SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene (Hrsg.) (2011): Im Boden der Tatsachen Metallische Rohstoffe und ihre Nebenwirkugen, (letzter Abruf 18.01.2013)
http://www.suedwind-institut.de/fileadmin/fuerSuedwind/Publikationen/2011/2011-14_Im_Boden_der_Tatsachen._Metallische_Rohstoffe_und_ihre_Nebenwirkungen.pdf
United Nations Environment Programme (2013): Mercury - time to act, (letzter Abruf 18.01.2013)
http://www.unep.org/PDF/PressReleases/Mercury_TimeToAct_hires.pdf
United Nations Environment Programme & United Nations University, (2009): RECYCLING - FROM E-WASTE TO RESOURCES, (letzter Abruf 18.01.2013)
http://www.unep.org/PDF/PressReleases/E-Waste_publication_screen_FINALVERSION-sml.pdf
WEED (Hrsg.) (2007): Unsichtbare Kosten - Ungleiche Verteilung ökologische Risiken in der globalen Computerindustrie (letzter Abruf 18.01.2013)
http://pcglobal.org/files/WEED_UnsichtbareKosten_klein_2007.pdf