Suchmaschinen: Alles Google?

In Deutschland werden 9 von 10 Suchanfragen über Google getätigt. Da wundert es nicht, wenn davon ausgegangen wird, dass rund 10% aller Serverkapazitäten weltweit von Google genutzt werden. Die interessante Frage wie viel CO2 eine Google-Suche verursacht ist umstritten. Hier geistern viele Zahlen durch das Internet. Google selber gibt an, dass eine Suchanfrage 0,2g CO2 verursacht. Andere Quellen sprechen von bis zu 7g CO2. Bei mehr als 140 Millionen Suchanfragen täglich (alleine aus Deutschland) kommt eine beachtliche Menge zustande. Google tut aber einiges, im Gegensatz zu Facebook, das ebenfalls bis zu 10% der weltweiten Serverkapazitäten nutzt, um den eigenen CO2 Verbrauch zu reduzieren. Sie investieren in regenerative Energien, um damit die Rechenzentren zu versorgen. Googles erklärtes Ziel ist es CO2-neutral zu werden.

Neben Google gibt es alternative Suchmaschinen. Diese sind anders als Google nicht primär auf serverseitige Energieeffizienz ausgelegt. Drei Alternativen sollen hier kurz vorgestellt werden:

Ecosia
Ecosia ist eine grüne Suchmaschine, die – hervorgegangen aus Forestle – im Dezember 2009 online ging. Ecosia verwendet 80% seiner Einnahmen für das Regenwaldschutzprojekt des WWF. Im Gegensatz zu Forestle, die mit Google kooperierten, bearbeitet Ecosia Suchanfragen über Bing und Yahoo. Einnahmen generiert Ecosia über die Sponsorenlinks. Durch den Klick auf einen Sponsorenlink, der von Yahoo oder Bing gestellt wird, erhält Ecosia einen bestimmten Geldbetrag. Nach eigenen Angaben wurden dadurch bisher knapp 250.000 € an den WWF gespendet.

Daneben gibt es seit Beginn des Jahres auch sogenannte EcoLinks. Dahinter verbergen sich verschiedene Affiliateprogramme. Beim Kauf in einem von den Affiliatepartnern betriebenen Onlineshop erhält Ecosia eine Provision. Diese Provision wird wiederum zu 80% dem WWF für das Regenwaldprojekt gespendet. Ecosia betreibt die eigenen Server CO2-neutral mit Ökostrom von Greenpeace energy. Zusätzlich werden die durch eine Suchanfrage verursachten und auf den Servern von Bing und Yahoo entstehenden CO2-Emissionen ausgeglichen. Pro Suche werden 0,2 Gramm CO2 mit Zertifikaten ausgeglichen.

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Blackle und ecoGG
Der Grundgedanke bei beiden Suchmaschinen ist es, durch ein schwarzes Design Energie zu sparen. Berechnungen aus dem Jahr 2007 haben ergeben, dass dadurch weltweit bis zu 750 Megawatt-Stunden pro Jahr eingespart werden könnten. Die Überlegung ist dabei, dass »normale« Monitore durchschnittlich 74 Watt zum Anzeigen einer weißen Website benötigen, zum Anzeigen einer schwarzen Website aber nur 59 Watt. Bei täglich 200 Millionen Suchen mit Google könnte das einen großen Unterschied im Energieverbrauch ausmachen. Aus heutiger Sicht ist diese Berechnung aber kritisch zu sehen, denn den Berechnungen liegt der Energieverbrauch von alten Röhrenmonitoren zugrunde. Diese sind in vielen Bereichen von deutlich energiesparenderen LCD-Bildschirmen abgelöst worden. So verbraucht ein 17-Zoll-Röhrenmonitor ca. 80 Watt, ein 19-Zoll-LCD-Monitor nur 17-31 Watt. Bei LCD-Bildschirmen lässt sich keine signifikante Differenz zwischen der Darstellung einer weißen und einer schwarzen Website feststellen. Mehr Einfluss hat hier die Einstellung der Monitorhelligkeit. Suchmaschinen wie blackle und ecoGG helfen also nur noch bei alten Röhrenbildschirmen wirklich Energie zu sparen.

Ixquick

Ixquick behauptet von sich die diskreteste Suchmaschine der Welt zu sein. Wer die Datenkrake Google nicht füttern möchte findet hier eine Suchmaschine, die sogar mit dem Europäische Datenschutz Siegel ausgezeichnet ist. Ixquick ist an sich keine eigene Suchmaschine, sondern nutzt selber wieder Suchmaschinen. Da es zehn an der Zahl sind kann mensch sich auch hier von reinen Google Ergebnissen lösen.

ixquick - die diskreteste Suchmaschine der Welt

 

 

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One thought on “Suchmaschinen: Alles Google?

  1. Eine weitere interessante Suchmaschine über die ich gerade gestolpert bin ist http://www.benefind.de/.

    Wenn ich mit dieser Suchmaschine suche unterstütze ich NGOs. Ich kann mir sogar eine bestimmte Organisation (oder mehrere – dafür muss man sich allerdings registrieren) aussuchen, die ich unterstützen will. Wenn ich keine Auswahl treffe unterstütze ich alle registrierten NGOs.

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