Penny und die Nachhaltigkeit

In der letzten Woche fand eine »grüne Woche« bei Penny statt. Das lässt sich leider nur in Gänsefüßchen schreiben und ich musste mich auch erst mal eine Woche aufregen, bevor ich den Artikel schreiben konnte, aber seht selbst:

Nachhaltigkeit bei Penny - ein Prospeltausschnitt

Eigentlich ist es positiv, wenn sich die großen Discounter mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen. So wird das Thema breiter bekannt, wenn auch oft nur in Form von Bio-Lebensmitteln. Discounter haben auch, bedingt durch den größeren Absatz, bei der Umstellung auf ein ressoucenschonendes/nachhaltigeres oder effizienteres Produkt die größere Wirkung. Nur sollte das Thema dann auch schon ernst genommen und nicht nur versucht werden mit dem Gewissen der Leute mehr Umsatz zu machen.

Beispiel 1: Das Label Pro Planet

Die REWE-Gruppe, zu der auch Penny gehört hat zusammen mit dem Wuppertal Institut für Umwelt und Energie dieses Siegel entwickelt. Das »Label für verantwortungsvollen Einkauf« soll den Kunden seit ca. zwei Jahren »gute« Produkte anzeigen. Bei Pro Planet wird die gesamte Wertschöpfungskette angeschaut, inklusive Nutzungsdauer und Entsorgung. Mit der Analyse der Wertschöpfungskette werden die dringendsten Probleme ermittelt. Diese, so sieht es das Label vor, sollen dann von Penny bzw. den Zulieferern angepackt werden. Das Label an sich sagt also nichts über den aktuellen »Stand« des Produktes aus. Es sagt also eher aus, dass Probleme bekannt sind.

Jedes Label enthält einen Code, der auf der Website eingegeben werden kann. Bei Kartoffeln erfährt man eigentlich nur, dass die Lieferbetriebe sich in einem

»standardisierten Verfahren als „Betrieb der umweltverträglichen Landbewirtschaftung“ zertifizieren lassen [muss]. Er gibt Auskunft zu vielfältigen Aspekten – von der Düngung der Böden, der Wassernutzung über Treibhausgasemissionen und Erosion bis zu Schädigungen des Ökosystems durch Pflanzenschutzmittel und Auswirkungen auf die Artenvielfalt.  [….] Für jeden Indikator definiert das System einen Toleranzbereich, den der Landwirt nicht überschreiten darf, um die Zertifizierung zu erhalten.« (Quelle)

Also etwas genauer hätte es dann schon sein können. Wo stehen denn die Landwirte jetzt? Was sind die drängendsten Fragen? Gibt es Indikatoren die regelmäßig veröffentlicht werden? Nur so kann der Verbraucher die schrittweise Verbesserung nachvollziehen. Mehr Substanz in dem Marketing-Bla würde dem Label mehr Glaubwürdigkeit verschaffen.

Wer übrigens mehr über die verschiedenen (Bio-) Siegel erfahren möchte, dem sei die Enorm ans Herz gelegt. Die aktuelle Ausgabe beschäftigt sich u.a. mit genau diesem Thema.

Beispiel 2: Somat

 

 

Somat wird als ressoucensparend empfohlen, da dank »starker Reinigungsleistung« die Spülmaschine im Kurz- oder Niedrigtemperaturprogramm gefahren werden kann. Dies hilft Energie zu sparen. Das klingt auf den ersten Blick erst einmal ganz logisch, was dabei aber vergessen wird ist, dass herkömmliche Spülmaschinentabs Phosphate enthalten. Diese belasten die Gewässer stark, zumal Kläranlagen nicht über eine Phosphatstufe verfügen. So gelangt das Phosphat ungehindert in Flüsse und Seen. Eine phosphatfreie Alternative für den Geschirrspüler wäre beispielsweise Ecover. Die Spülmaschinentabs und auch der Klarspüler sind phosphatfrei und für Pflanzenkläranlagen geeignet. Warum nicht ein unbekannteres Alternativprodukt vorstellen? Was würde sich besser dafür eignen als eine Nachhaltigkeitswoche?

Fazit: Schade um die Mühe, denn so schafft es Penny nicht sich bei mir als glaubhaft nachhaltig darzustellen. Direkt angreifbar sind sie aber auch nicht. Es fühlt sich eher an wie ein großer Marketing-Schachzug, weichgespült durch die möglichst hohe Verwendung von Buzzwörtern und die geringe Anzahl belastbarer Fakten.

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