Notiz zur DGTF-Tagung »Die Politik der Maker«

Programm_Politik_der_Maker

Am Wochenende fand die Tagung der DGTF (Deutsche Gesellschaft für Designtheorie und -forschung e.V.) statt. Thema war die gesellschaftliche Bedeutung neuer Möglichkeiten des Produzierens von Design, also die gesellschaftliche Bedeutung der gerade hochaktuellen sogenannten »Maker« (engl. Macher), »Craftista« (to craft – von Hand fertigen) oder »DIY« (Do it yourself) Kultur.

Die Beiträge waren verschiedenen Schwerpunkten zugeordnet: Von der politischen über die gesellschaftliche Bedeutung und Repräsentation sowie Wirkung der Maker bis hin zur Verortung der Maker-Kultur.

Die Wiederentdeckung der Handarbeit ist ja nicht neu, wenn man die Arts & Crafts Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts bedenkt oder die der 1970er-Jahre.

Die aktuelle Maker-Kultur ist jedoch anders, da sie durch neue und insbesondere günstigere technische Möglichkeiten (z.B. 3D-Drucker) technologische Erscheinungsformen hat und eine viel stärker ausgeprägte Gemeinschaftlichkeit. Beispiele dafür sind die Fab Labs, die vielerorts entstehen und entstanden sind.

Auf der Tagung würde heiß diskutiert, ob diese Bewegung nun eine Revolution darstellt, welchen politischen und gesellschaftlichen Einfluss sie wirklich hat und ob sie antikapitalistisch ist.

Als Fazit habe ich herausgehört, dass die Gemeinschaftlichkeit und Partizipationsmöglichkeiten der neuen Maker-Kultur als wichtigstes auch politisches Merkmal gesehen werden. Die gesellschaftliche Relevanz stellt das in der Maker-Kultur implizite sich selbst bilden – sich selbst etwas beibringen, bei gleichzeitiger Zeitautonomie und Entschleunigung, dar. Aber auch die Bewusstseinsschaffung und Transparenz wie Dinge funktionieren, die es mit sich bringt, dass wir uns Produkten und Produzenten gegenüber nicht mehr so ausgeliefert fühlen. »If you can’t open it you don’t own it.«

Die Maker-Kultur ist nicht wirklich antikapitalistisch. Wenn man sich die Plattformen für handgemachte Produkte Etsy und Dawanda einmal anschaut kann man nicht sagen, dass diese Ausprägung der DIY Bewegung antikapitalistisch wäre. Etwas anders sieht es bei der Strömung der Fab Labs aus, da hier nur Prototypen für den eigenen Gebrauch oder in sehr sehr kleiner Stückzahl produziert werden. Gleichwohl schwingt in der Maker-Kultur durchaus Konsum Kritik immer mit.

Insgesamt ist die Maker-Kultur eine Subkultur »irgendwo zwischen Hippie und Hipster bei der Revolution zum Image gehört« (Florian Schmidt). Es bleibt in jedem Fall spannend in welche Richtung sich diese Kultur zukünftig entwickeln wird und ob das nur ein kurzlebiger Trend ist oder tatsächlich eine gesellschaftliche Entwicklung.