Gute Arbeit-Kongress

Arbeit macht einen Großteil des Lebens aus. Das Kongressformat »Work in Progress« initiiert von der Hamburger Kreativgesellschaft und Kampnagel beschäftigte sich am letzten Freitag zum dritten Mal mit dem Thema – diesmal unter dem Motto »Gute Arbeit«. Da wir das Thema sehr wichtig und zudem spannend finden waren wir auch dabei.

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Die Keynote »Die Schönheit des halben Lebens« hielt der Philosoph Dr. Robert Pfaller. Er erklärte sehr unterhaltsam die beiden Welten: Arbeit und Leben und stellte die Frage wofür es sich eigentlich zu Leben lohne und warum wir unser ganzes Leben damit beschäftigt wären dem unausweichlichen Tod ein Schnippchen zu schlagen. Es folgte der Vortrag von Thomas Vasek, der erklärte warum er das Gerede von Work-Life Balance für »Bullshit« halte. Darauf folge eine Debatte der beiden, zu dem Thema ob denn Arbeit nur das halbe Leben sei, die auch wieder sehr unterhaltsam war.

In dem zweiten Block ging es um »Gute Unternehmen« und es gab kurze Impulsvorträge z.B. von der »Feelgoodmanagerin« von Jimdo. An die Impulsvorträge schloss eine Diskussion der Human Ressources Managerin von Tchibo und einem HR Manager von Google zum Thema »Wie geht gute Arbeit in Unternehmen?« an. Die Diskussion strotzte erwartungsgemäß vor Eigenlob und ungewollter (?) Ironie.

Spannend war die Vorstellung von einem der Gründer von fairnopoly. Fairnopoly ist ein Start-up, das sich zum Ziel gesetzt hat mit einer fairen Online-Plattform Amazon und Ebay Konkurrenz machen wollen. Das Besondere an Fairnopoly sind nicht nur ihre ehrgeizigen Pläne, sondern auch ihre rechtliche Organisation. Sie sind als Genossenschaft organisiert. Jede*r kann Anteile kaufen, aber egal wie viele Anteile ein Mitglied besitzt, alle haben nur eine Stimme bei der Mitgliederversammlung.

Unsere letzte Veranstaltung war eine Open Mouse Session zum Thema Quantified Self*. Open Mouse ist ein Format, wo kurz zu verschiedenen Webseiten gesurft wird. Der Weg wird durch eine Software getrackt und kann so später nachverfolgt werden. Die Veranstaltung war sehr kurzweilig um nicht zu sagen schnell.

Thematisch ging es in der Open Mouse Session um Selbstbeobachtung mithilfe von Apps und Co. »Wie geht es einem selbst, ständig arbeitend unter eigener Beobachtung?« Ein superspannendes und für uns neues Thema, was neben dem Erkenntnisgewinn über einen selbst, ja auch die Gefahr der ständigen (selbst-) Optimierung und (selbst-) Überwachung in sich trägt.

Was ist unser Fazit?

Sophies Fazit: Ich finde es sehr gut, dass es diesen Kongress zu der Thematik gibt und ich fand auch die Beiträge mit den verschiedenen Facetten auf das Thema interessant. Arbeit ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Man merkt, dass sich etwas bewegt – ich selbst habe aber leider noch nicht wirklich viel von Veränderungen in der Kreativbranche gemerkt (und das wo sie doch als Vorreiter für neue Entwicklungen dargestellt wurde…).

Miriams Fazit: Der Tag hat mir viele Gedankenanstöße und neue Ideen gegeben. Spannend fand ich, dass für mich »Gute Arbeit« auch immer einen Nachhaltigkeitsaspekt inne hat. Das war für mich so selbstverständlich, das ich erstaunt war wie kurz das Thema auf dem Kongress behandelt wurde.

 

*„The Quantified Self“ ist ein Netzwerk aus Anwendern und Anbietern von Methoden sowie Hard- und Softwarelösungen, mit deren Hilfe sie z.B. umwelt- und personenbezogene Daten aufzeichnen, analysieren und auswerten. Ein zentrales Ziel stellt dabei der Erkenntnisgewinn u.a. zu persönlichen, gesundheitlich- und sportlichen, aber auch gewohnheitsspezifischen Fragestellungen dar. Quelle: Wikipedia

Gute Arbeit.