Grünflächen zu Parkplätzen?!

In den letzten Jahren ist die Zahl der Fahrradfahrer gestiegen, was eine total großartige Entwicklung ist. Immer mehr Menschen fahren Fahrrad, aber auch mit dem HVV / Öffis. Eine total super Sache ist es auch, dass viele mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren und von dort aus mit der Bahn weiter. Hamburg ist bisher nicht gesegnet gewesen mit einer guten Infrastruktur für Radfahrer, was (nicht) vorhandene Radwege, aber auch Fahrradstellplätze betrifft.

Inzwischen wurden einige Radwege erneuert und auch neue Radstellplätze gebaut. Diese Entwicklung finde ich super, allerdings frage ich mich wieso in vielen Fällen hierfür das letzte bisschen Grünfläche zugebaut werden muss. An meiner heimischen U-Bahnstation wurde die Grünfläche im letzten Jahr dreimal (!) reduziert, so dass der verbliebene Baum jetzt sehr eingezwängt zwischen den Fahrradständern wirkt. Wieso kann nicht ein Teil des Parkraums für Autos umgewidmet werden? Hier könnten mit zwei bis drei Stellplätzen weniger zahlreiche Radparkplätze geschaffen werden.

Dass das geht zeigt sich am Neuen Wall in der City. Hier wurden auf einer regulären Parkfläche Fahrradbügel aufgestellt, so dass hier statt eines Autos mehrere Fahrräder stehen können. (Meiner Erinnerung nach sind es vier Bügel, also mind. acht Stellplätze. Wenn ich da nächstes Mal vorbeikomme werde ich sie zählen – vielleicht gibt es dann auch ein Foto.)

Update 16.01.13: Wie versprochen hier das Foto von neuen Wall.  Es sind fünf Fahradbügel auf einer Fläche die sonst geschätzt für 1,5 Autos stehen würden.IMAG0439

2 thoughts on “Grünflächen zu Parkplätzen?!

  1. Spannende Thema, oft gibt es von der Stadt einen ganz strikten Schlüssel wie viel Stellplätze für Autos und Fahrräder vorzusehen sind. Die Stellplatzsatzung. Wenn man was bewegen möchte, müsste man da rangehen und die Fahrradzahl erhöhen und die Autozahl reduzieren.
    Viele Grüße

    • Ja, da hast Du recht. In Hamburg ist der Parkplatzschlüssel für Innenstadtlagen bei Neubauten teilweise schon auf 0,6 reduziert worden. Wo Wohnungen gebaut werden, muss der Wohnungsbesitzer bzw. die Wohnungsgesellschaften pro Wohnung 0,6 Parkplätze zu Verfügung stellen. Die Reduzierung zeigt, dass die Stadt schon davon ausgeht, dass es weniger PKW gibt / geben wird.
      Die zugegbenermaßen politische Entscheidung durch Parkraummanagement das Verhalten zu steuern finde ich richtig. Aber wahrscheinlich ist es bequemer Grünflächen umzubauen, als sich mit den Autofahrer*innen anzulegen. ;)

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