goodgoods

Am letzten Mai Wochenende fand die erste goodgoods – Messe für nachhaltigen Konsum statt. Medial groß angekündigt erfüllte sie die meisten der in sie gesetzten Erwartungen.


Große Ereignisse werfen Ihre Schatten voraus und so konnte man (zumindest in Hamburg) der goodgoods nicht entkommen. An jeder U-Bahnstation fand sich ein Plakat, der Medienpartner Hamburger Morgenpost spendierte eine Sonderbeilage und via Facebook wurde über die neusten Aussteller informiert. Soweit so gut, die Ausstellerliste war dann aber erst einmal mit 90 überraschend klein. Gekommen waren neben vielen lokalen Unternehmen auch einige große nachhaltige Unternehmen.

Qualität statt Quantität
Die geringe Ausstelleranzahl, tat der Qualität aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, viele kleine Unternehmen zeigten sich, ihre Produkte und das viele Herzblut welches sie in ihre Produkte hineingesteckt haben. Viele innovative Ideen gab es zu bestaunen (und zu kaufen), wie zum Beispiel das Wooden Radio. Ein hölzernes Radio, dass in Indonesien fair produziert wird oder die semi-faire Mouse (1), die hoffentlich bald in Produktion gehen wird.

Memo als „Großer“ der Branche war mit einem kleinen Sortimentsausschnitt angetreten, um sich Privatkunden mehr zu zeigen, was dem Ansturm zufolge auch gelang. Hier gab es übrigens meines Wissens nach auch den einzigen Kaffee, mal abgesehen von dem in der messeeigenen Cafeteria. Die hat dem Anlass entsprechend wohl bio gekocht. Leider fühle ich mich weder von Currywurst noch Erbsensuppe angesprochen. Kein weiterer bio-fairer Kaffee war zu finden, von den Kostproben an den verschiedenen Ständen mal abgesehen. Hier, und das muss auf einer Nachhaltigkeitsmesse nun wirklich nicht sein, wurden massenweise Plastikbecher verbraucht.

Das Rahmenprogramm war vielfältig und ambitioniert. So ermahnte Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker in seinem Vortrag „Faktor 5 und die goodgoods“, dass neben dem Konsumenten auch die politischen Rahmenbedingungen von großer Bedeutung sind. Auch B.A.U.M. e.V. und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald waren mit Beiträgen auf dem Fachforum vertreten.

Eines meiner persönlichen Highlights war aber der Messerundgang, der im Rahmen des Umwelthauptstadt-Dialoges von der BSU organisiert worden war. Hier mussten sich die Aussteller den doch durchaus kritischen Fragen der Teilnehmer stellen.
Ich denke, die Feuerprobe hat die goodgoods bestanden und hoffe sehr, dass es im nächsten Jahr eine noch größere goodgoods geben wird.

(1) Semifair deshalb, weil nicht alle Komponenten in Deutschland produziert werden können und vor allem, weil die Abbaubedingungen der Seltenen Erden nicht genau kontrolliert werden können.