Energieverbrauch des Internets – eine Spurensuche

Wie viel Energie verbraucht eigentlich das Internet?

Mit dieser scheinbar simplen Frage fing die Recherche an.  Kann doch gar nicht so schwierig sein, oder? Also, ran an die Tastatur, Google befragt, Fachforen und Blogs natürlich auch. Hm, zuerst ist da mal das Abgrenzungsproblem: Was gehört eigentlich alles genau zum Internet? Server, Infrastruktur, heimische Rechner. Produktion und Entsorgung miteinbeziehen? Das würde den Rahmen sprengen. Ebenso die Frage, ob das Web nicht auch Energie spart: durch Skype-Konferenzen statt Geschäftsreisen, durch schnelle Google-Recherche statt langer Anreise in die Bibliothek etc. Also konzentrieren wir uns auf die Energieverbraucher des Internets. Ein großer Energieverbraucher ist das Rechenzentrum. Hier stehen die Server. Diese müssen u.a. klimatisiert und gegen einen möglichen Ausfall durch Aggregate abgesichert werden. Das Borderstep-Institut berechnete, dass der Verbrauch deutscher Rechenzentren bei etwa 10 Terrawatt-Stunden liegt (2008). Das entspricht 1,8% des gesamten deutschen Stromverbrauchs. Ohne den Einsatz von Green-IT, also den Einsatz energiesparender Technik, wird ein Anstieg des Energiebedarfs von weiteren 50% erwartet. Mit einem wiederum konsequenteren Einsatz dieser energieeffizienten Technik, könnte der Energieverbrauch um die Hälfte reduziert werden und das trotz kontinuierlich steigender Rechen- und Speicherleistung.

Die Summe des Energiebedarfs von weltweit allen Laptops und PCs zu berechnen, scheint fast unmöglich. Die genaue Anzahl der Rechner kann nur geschätzt werden. Zum einen ist nicht bekannt, wie viele Rechner oder Laptops überhaupt in Betrieb sind. Zum anderen unterscheidet sich der Stromverbrauch teilweise bis um den Faktor 100, je nach Alter, Ausstattung und Nutzung. Die Zahl aktiv betriebener Rechner dürfte weltweit bei deutlich über einer Milliarde PCs liegen. Diese Zahl wurde schon im Jahr 2008 überschritten. Eine gute Nachricht gibt es aber: Mit der Verbreitung von LCD-Technik ist der Energiebedarf der Bildschirme enorm gesunken.
Der Energiehunger der Infrastruktur lässt sich ebenso schwierig berechnen. Intel hat es versucht und berechnet, dass für jedes Watt von Rechner und Bildschirm ein Viertel Watt zusätzlich von den Verbindungskomponenten benötigt wird.

Für 2010 wird der Energieverbrauch des Internets allein in Deutschland auf 31,3 Milliarden Kilowatt-Stunden geschätzt – das ist ca. dreimal die Menge an Energie, die das AKW Krümmel maximal einspeisen könnte. Soviel zu den imposanten Zahlen.
Wie kann jeder/jede Einzelne jetzt das Internet »grüner« machen? Zum einen kann man beim Neukauf eines Rechners auf Energieeffizienz achten. Und/oder sich überlegen, ob nicht auch ein Laptop eine Option sei, denn Laptops verbrauchen deutlich weniger Energie.

Die Webseite Office Topten bietet einen ersten Überblick und Vergleichsmöglichkeiten verschiedener PCs und Laptops.

In den folgenden Wochen werden wir über weitere Aspekte eines »grüneren« Internets schreiben.