Der Mensch und sein Müll

Muell_GebueschAm Wochenende habe ich das erste Mal bei der Aktion »Hamburg räumt auf« initiiert von der Stadtreinigung mitgemacht. Wenn man da so gebückt im Gebüsch hockt und die vollen Gassibeutel, Plastikverpackungen und Mini-Schnapsflschen aus dem Laub herauszieht dann macht man dich schon so seine Gedanken über die einzige Spezies dieses Planeten, die es geschafft hat das zu erschaffen, was wir Müll nennen.

Wo man auch hingeht und seien die Ecken noch so einsam – Müll liegt ja leider überall. Sogar der Mount Everst muss regelmäßig von den Hinterlassenschaften der Bergsteiger befreit werden. Gerade ist ja auch die Plastikmüll-Thematik im Meer mit seinen ganzen traurigen Auswirkungen ein hoch aktuelles Thema, das durch die Medien geht. Doch muss man ja gar nicht bis ans Meer fahren. Es reicht aus einfach raus auf die Straße zu gehen, wenn man Müll finden will.

Aber zurück in mein Gebüsch: Was sind das für Leute, die die Hinterlassenschaften ihres Hundes schön brav aufsammeln aber den vollen Gassibeutel dann einfach ins Gebüsch werfen? Was denken diese Hundehalter? Vielleicht, dass der Beutel kompostierbar ist und es deswegen ok ist ihn einfach in die Büsche zu werfen? Wer wirkt Schokoriegel-Plastikverpackungen oder Kaffee-to-go-Becher einfach so irgendwo hin, vielleicht sogar aus dem Autofenster während der Fahrt? Wie kommt man überhaupt auf eine solche Idee? Denken diejenigen vielleicht, das ja schon irgendjemand kommen wird um ihren Müll wegzuräumen? Denken diejenigen überhaupt? Das habe ich mich gefragt in meinem Gebüsch hockend. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es wohl Erziehungssache sein muss. Jedenfalls bin ich so erzogen worden, dass ich niemals auf die Idee gekommen bin meinen Müll irgendwoanders als in einen dafür vorgesehenen Behälter zu werfen.

Interessanterweise ist unser kleiner Aufräumtrupp nur von Menschen jenseits des 60-zigsten Lebensjahres angesprochen worden. Alle haben uns ihre Anerkennung kundgetan und sich danach hauptsächlich über das Gassibeutel-Liegengelasse aufgeregt. Einige sagten sie würden ja auch regelmäßig etwas aufheben, andere argumentieren, dass sie sich ja nicht an solchen Aktionen beteiligen bräuchten, da sie ja nichts verursachen würden (ist ja auch logisch, oder?). Eine Dame regte sich noch darüber auf, dass die bei der »Hamburg räumt auf«-Aktion ja immer die armen Schulklassen in die Büsche jagen würden, woraufhin ich entgegnete, dass ich das für eine sehr sinnvolle pädagogische Maßnahme halte. Sie verwies auf die ganzen gefährlichen Sachen, die da ja so rumliegen würden woraufhin ich meinte, dass die Lehrer die Klassen ja bestimmt nicht in die fiesesten Fixerparks schicken würden. Als die Dame bemerkte, dass ich ihr nicht zustimme ist sie weiter gegangen.

Nach ca. 3 Stunden in den Büschen, die 8 volle Müllsäcke, einen Kanister und eine Campingtischplatte zu Tage gefördert haben ist die Welt nun ein klitzekleines bisschen sauberer und der Reinigungstrupp, der nur mit beruflichen Schreibtischtätern besetzt war, hat sich am nächsten Tag ziemlich über den fiesen Muskelkater in den Beinen und im verlängerten Rücken gewundert…

Hamburg_raeumt_auf_Aktion_2014

 

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