circle economy

Gestern war ich bei einer interessanten Veranstaltung im Designxport auf der die Designerin Christina Mertens die circle economy und die Rolle, die Designer darin spielen können, vorgestellt hat.

Die circle economy basiert auf der Idee, dass Produkte einen Lebenskreislauf haben sollten und nicht, wie bei vielen Produkten bisher, hergestellt werden um irgendwann im Müll zu landen. Um eine Kreislaufwirtschaft zu initiieren müssten die Designer allerdings viel früher als bisher in den Gestaltungsprozess der Produkte eingebunden werden, so dass sie die Geschäftsmodelle mitdenken und beeinflussen können (z.B. ob es bestimmte Services oder Rücknahmesysteme geben könnte usw.).

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von zirkularen Geschäftsmodellen: Unternehmen, die Produkte, Materialien oder Komponenten herstellen, die wiederum einen zirkulären Gebrauch ermöglichen oder Unternehmen, die Services anbieten, die eine längere Lebensdauer, einen effizienteren Gebrauch oder eine Rückgewinnung der Produkte ermöglichen. Diese verschiedenen Geschäftsmodelle hat Christina anhand von Beispielen niederländischer Unternehmen sehr anschaulich dargestellt. Das Wichtigste dabei ist, zu beachten, dass es keine Standardlösung gibt und jedes Unternehmen und Geschäftsmodell anders ist.

Eine circle economy bietet Chancen:

Die Unternehmen verleasen zum Beispiel ihre Produkte, d.h. sie besitzen ihre Materialien und Produkte weiterhin. Das reduziert Müll, mindert die Kosten für die Abfallbeseitigung und die Unternehmen machen sich dadurch unabhängiger von Rohstoffmärkten. Außerdem könnte die Umstellung auf Kreislaufwirtschaft neue Zielgruppen ansprechen und den Zugang zu neuen Märkten eröffnen. Sie eignet sich auch als Nachhaltigkeitsstrategie und dient somit der Reputation von Unternehmen.

Der Konsument profitiert indem er hochwertige Produkte und Services nutzen kann (ohne sie gleich zu besitzen), die, zum Beispiel, den Gebrauch vereinfachen. Er hat weniger Verantwortung (zum Beispiel für eine fachgerechte Entsorgung) und weniger Risiko, zum Beispiel bei kostspieligen Reparaturen oder dem Ersatz von Produkten.

Für Produkt- und Industriedesigner bietet die circle economy die Chance nachhaltigere Geschäftsmodelle und Produkte zu entwickeln.

www.christinamertens.de
www.circle-economy.com