makeITfair action Day – Bit into an fair apple

Am 7. Mai fand der internationale makeITfair – Action – Day statt. Europaweit, aber auch in China, trafen sich Menschen, um mit verschiedenen Straßenaktionen auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben hinzuweisen. Auch in Hamburg gab es Straßenaktionen…

Vor der Europapassage an der Alster hat sich ein kleines Grüppchen versammelt. Hingebungsvoll wird ein Ipad hochgehalten. Eine kleine Gruppe murmelt »Tja, wenn du keine faire Bezahlung bekommst, dann bekommst du keine faire Bezahlung.« Neugierig bleiben Leute stehen und beginnen zu fragen und zu diskutieren. Was kann mit diesem abgewandelten Werbespruch gemeint sein?
Es sind die Aktivisten des makeITfair Action Day die aufklären über die langen Arbeitszeiten und die miserable Behandlung der Angestellten in den Zulieferbetrieben von Apple. Sie klären auf und sammeln Unterschriften um Apple zu fairen Bedingungen in ihren Zulieferbetrieben zu bewegen.

MakeITfair hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschenrechtsverletzungen, katastrophalen Arbeitsbedingungen und Umweltbelastungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der IT- und Elektronikbranche bekannter zu machen.

Mit der aktuellen Kampagne »Bit into an fair apple« wird Apple mit seinen Zulieferern in den Mittelpunkt gerückt, denn auch Apple sind die schlechten Arbeitsbedingungen der Zulieferfirmen bekannt.

13 Selbstmorde und vergiftete Arbeiter_innen bei Apple-Zulieferern

Große Bestürzung haben 2010 die 13 Selbstmorde beim Zulieferer Foxcon hervorgerufen. Als ein wesentlicher Auslöser für die Selbstmorde gelten die katastrophalen Arbeitsbedingungen. Zwar wird der vorgeschriebene Mindestlohn bezahlt, aber lange Arbeitszeiten, unzählige Überstunden und hoher Arbeitsdruck sind die Regel. Die überwiegende Mehrheit der Beschäftigen lebt in Wohnheimen auf dem Werksgelände, diese Isolation führt häufig zusätzlich zu einer sozialen Vereinsamung.

Bei Wintek, ebenfalls ein Zulieferer von Apple haben 137 Arbeiter_innen  Vergiftungen erlitten. Sie haben mit N-Hexan (statt wie vorher üblich mit Alkohol) die Touchpads der iPads und iPhones gereinigt. Die Folge dieses hochgiftigen Lösungsmittels sind bleibende Nervenschäden. Die betroffenen Arbeiter fordern eine ausreichende Entschädigung, um die medizinische Versorgung bezahlen zu können.

Die Situation der Arbeiter_innen in der IT- und Elektronikindustrie ist immer wieder von NGOs angeprangert worden. Seit diesen prominenten Fällen gerät aber insbesondere auch Apple in die Kritik. MakeITfair Koordinatoren Cornelia Heydenreich kritisiert Apple: »Der hohe Netto-Gewinn von Apple im ersten Quartal 2011 in Höhe von 6 Milliarden US-Dollar ist zu Lasten der chinesischen Arbeiter_innen eingefahren worden«. Ihre Forderung ist deshalb, dass Apple den Lieferanten faire Preise zahlen und realistische Lieferzeiten einführen sollte. Nur dieses führe letztendlich zu besseren Bedingungen für die Arbeiter_innen in den Zulieferbetrieben.

Mehr zu den Arbeitsbedingungen bei Foxcon und anderen Zulieferbetrieben unter : makeITfair.org

Hier findet Ihr ein Interview mit einem Teilnehmer der Aktion.