Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner. Theaterstück

Benefiz_Eintrittskarte

Das Theaterstück kann ich sehr empfehlen anzusehen: Gestern Abend war ich im Deutschen Schauspielhaus Hamburg in dem großartigen Stück von Ingrid Lausund: „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner.“ Ingrid Lausund schreibt unter dem Pseudonym Mizzy Meyer die Drehbücher für die großartige, preisgekrönte Serie „Der Tatortreiniger“.

Handlung: 5 Menschen proben eine Benefizveranstaltung, in der sie Geld für eine geplante Schule in Afrika sammeln wollen. Dazu werden alle Register der Überzeugungsarbeit gezogen: Von geplanten Heulkrämpfen bis zu einem langen Wutmonolog darüber, dass jeder etwas tun könne. Dazwischen verstricken sich die Protagonisten immer wieder in Diskussionen z.B. darüber ob Valeria (eine „Afri-Berlinerin“) mitmachen sollte oder nicht.

Zwei Szenen sind mir ganz besonders in Erinnerung geblieben: Die Probe der Diashow, die Szenen des Alltags in dem Dorf, in dem die Schule gebaut werden soll, zeigt. Aus technischen Gründen (es ist wohl ein Dia verklemmt) findet sie ohne die entsprechenden Dias, aber mit den erläuternden Texten, zu jedem Bild statt. Der Zuschauer sieht also nur die Lichtprojektion des Diaprojektors auf der Leinwand, kann sich aber, anhand der Texte, die Bilder dazu ziemlich genau vorstellen. Eine weitere Szene ist die, wo zwei der fünf Protagonisten überlegen welches Patenkind (oder Patenkinder) sie unterstützen wollen und die, auf eine Diskussion darüber hinausläuft, welches Schicksal „das schlimmste sei“: Auf der Straße zu leben, keine Arme zu haben, aber Eltern oder mit 12 Jahren zur Kinderprostitution gezwungen worden zu sein.

Ein sehr unterhaltsames Stück mit großartigen, intelligent-bissigen Dialogen, die einen zum Lachen bringen, aber eben auch zum Nachdenken über Wohltätigkeit, politisch korrekte Sprache und unser Bild von Afrika.

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