Ausstellung: zur nachahmung empfohlen!

»Expeditionen in Ästhetik und Nachhaltigkeit«, so der Untertitel der Ausstellung. Ich muss sagen, dass ich doch etwas enttäuscht war.

Für mich gab es nicht viel Überraschendes und auch die Ästhetik kam zum Teil zu kurz. Möglicherweise wurde sie auch überdeckt von dem fast unerträglichen Teergeruch, der in dem einen Ausstellungsraum die Sinne betäubte. Man könnte ja meinen, dass der Geruch zur Ausstellung gehöre, aber auf Nachfrage kam die Antwort: Das sei der Baustelle geschuldet. Das Virginia Haus, in dem die Ausstellung stattfindet, ist noch ein Rohbau.

Nein, es gab, in meinen Augen, auch gute Installationen z.B. das Schwimmringbad, das gleichzeitig das Wasser säubert, die Zeichnungen von Insekten aus radioaktiv kontaminierten Gebieten waren sehr traurig und zugleich wunderschön, der Wald aus Schaumstoff oder auch der unheimlich atmende Laubhaufen.

Dem Projekt »Adopted«, bei dem vereinsamte Großstädter an afrikanische Familien vermittelt werden und auch dem »Time-Notes-Projekt«, bei dem Zeit eine Währung ist, hätte eine Zusammenarbeit mit einem Designer gut getan.

Nun gut – ich mecker auch auf hohem Niveau, aus der Sicht von jemandem, der schon sehr viele Ausstellungen besucht hat und aus der Sicht eines Designers.

Deshalb sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden (gern auch hier kommentieren) und die Ausstellung ansehen (noch bis zum 30.Oktober).

www.z-n-e.info

PS. Die Presse ist begeistert von der Ausstellung.