Aufreger der Woche: Enten füttern oder »In der Schule wohl nicht aufgepasst!?«

Bitte_nicht_die_Enten_fuettern

Nein es sind nicht nur (ganz klischeemäßig) die Omis die Enten füttern. Im Sommer habe ich ca. eine Stunde am Anleger Teufelsbrück auf eine Fähre gewartet. In dieser Zeit kamen vier Person bzw. Gruppen und haben die Enten/Wasservögel gefüttert. Es war übrigens keine einzige Omi darunter. Ich war nur ganz knapp davon abzuhalten denen allen einen Vortrag darüber zu halten warum man die Enten nicht füttern sollte (um mich dann als Oberklugscheißer richtig beliebt zu machen) oder wenigstens rüber zu rufen: »Wer Enten füttert ist doof und hat in der Schule nicht aufgepasst« oder ähnliches. Apropos Schule: Ich meine mich zu erinnern, dass dieses Thema (Gewässerökologie) in meiner Schullaufbahn Lehrstoff der vielleicht 6. oder 7. Klasse war und ich da explizit gelernt habe was das Füttern für die Gewässerökologie und damit auch für die Wasservögel bedeutet!

So und jetzt ein paar Fakten für alle, die in der Schule nicht aufgepasst haben und meinen sie würden Wasservögeln etwas Gutes tun wenn sie sie füttern:

1. Wasservögel finden selbst und auch im Winter genug Nahrung.

2. Brot (frisches und verschimmeltes) macht Wasservögel (übrigens nicht nur Wasservögel sondern alle Vögel) krank! Ist ja auch logisch – steht ja schließlich nicht auf ihrem natürlichen Speiseplan! Oder habt ihr Vögel schon mal beim Brot backen beobachtet (haha)?

3. Der kleinste Teil des Futters, das im Wasser landet wird auch wirklich aufgefressen. Der größte Teil sinkt auf den Grund und beginnt zu faulen. Es kommt zu einer Überdüngung des Gewässers mit Nährstoffen, was zur Folge hat, dass die Algen wachsen und die Bakterien und Pilze, die von dem organischen Material (z.B. abgestorbene Algen) leben, sich so vermehren, dass durch ihre Atmung das Wasser sauerstoffarm wird. Ohne ausreichenden Sauerstoff stirbt das meiste Leben im Gewässer.

Es stehen ja nicht umsonst überall an Teichen und Gewässern Schilder, dass das Füttern verboten ist. Und übrigens kann man sich auch an Enten und Wasservögeln erfreuen ohne sie mit Junkfood anzulocken und ihre Lebensräume als Müllkippe für unsere Essensreste zu benutzen. Dann vielleicht sogar noch mehr, oder?

Infos vom Nabu Hamburg zu dem Thema: hamburg.nabu.de/projekte/wasser/lebendigealster/